Nowgorod: Mehr als tausend Jahre Geschichte

Nowgorod – die neue Stadt. So heisst die wohl älteste aller russischen Städte. Der Name der Stadt wurde 859 erstmalig urkundlich erwähnt. Im September 2009 feierte die Stadt ihren 1150. Geburtstag.

Mehr über die Feierlichkeiten im Artikel über die Jubiläumsfeierlichkeiten auf dieser Seite oder bei Russland-Aktuell.

Die Stadt nannte sich stolz „Weliki Nowgorod“ (Groß-Nowgorod) oder auch „Gospodin Weliki Nowgorod“ (Herr Groß-Nowgorod) – später in bewusster Abgrenzung zu Nischni-Nowgorod, der „Niederen Neustadt“ am Mittellauf der Wolga.

Über Nowgorod führte der Wasserweg der Wikinger ins Kaspische Meer und ins Schwarze Meer: Über den Wolchow-Fluss ist Nowgorod von der Ostsee aus zu erreichen. Von Nowgorod und dem Ilmensee führen andere Flüsse weiter, so dass die Flusssysteme der Wolga und des Dnjepr erreichbar sind.

Nowgorod entstand am Ufer des fischreichen Ilmensees, aus dem der Fluss Wolchow entspringt. Der Ilmensee wird von zahlreichen Flüssen gespeist, deren Quellen ebenso wie die von Wolga, Dnjepr und (Westlicher) Düna auf den Waldai-Höhen liegen.

Nowgorod liegt auf etwa 2/3 der Strecke von Moskau nach St. Petersburg im Westen des europäischen Teils von Russland. Gegründet 859, ist Nowgorod eine der ältesten Städte Russlands.

Bereits im mittelalterlichen Reich der Kiewer Rus war es eine Großstadt mit mehreren zehntausend Einwohnern. Aufgrund der günstigen geografischen Lage blühte in Nowgorod schon früh Handel und Kultur.

Nowgorod wurde von den Tataren nicht erobert. Zum Machtbereich Nowgorods gehörten weite Gebiete entlang der Wolga und im Norden von Russland bis nach Murmansk und Archangelsk.

Höhen und Tiefen

In Nowgorod wirkte der berühmte Ikonenmaler Andrej Rubljow. Im Spätmittelalter war Nowgorod eine von der Kaufmannsschicht geprägte frühdemokratische Stadtrepublik, in der die Hanse ein eigenes Kontor unterhielt.

Lange Zeit befand sich Nowgorod in Rivalität mit dem aufsteigenden Moskau, doch spätestens nach der Gründung von St.Petersburg im Jahr 1703 sank die wirtschaftliche und strategische Bedeutung Nowgorods als Russlands Vorposten im Nordwesten. Nowgorod wurde Provinzstadt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Nowgorod schwer verwüstet.

Weltkulturerbe der UNESCO

Die nur zum Teil erhalten gebliebene, zum Teil wieder aufgebaute historische Altstadt mit ihren Dutzenden Kirchen, Klöstern und dem Kreml aus dem 11. Jahrhundert wurde 1992 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.

Die Stadt hat heute etwa 230.000 Einwohner und ist Zentrum des gleichnamigen Verwaltungsgebietes.

Dank fortschrittlicher Wirtschaftsgesetze und –rahmenbedingungen, die unter der Regierung von Gouverneur Michail Prussak (der im Sommer 2007 nach 16-jähriger Amtszeit zurücktrat) geschaffen wurden, gilt die Region als bevorzugter Standort vieler ausländischer Investoren.

(Aktualisiert am 23. 11. 2009, sb)

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Kategorie: Stadtnachrichten, Aktualisiert am 23. November 2009 von Redaktion | Anmelden